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Muskelaufbaupräparate für den Hund - ja oder nein?

Ähnlich wie beim Menschen, gibt es auch für Hunde Präparate, die den Muskelaufbau fördern sollen. Besonders bei Hunden in der Rekonvaleszenz, also bei Hunden, die nach einer Krankheit, einem Unfall oder einer Operation wieder aufgebaut werden sollen, stellt sich die Frage, wie wir unseren Hund am besten unterstützen können, damit er möglichst schnell wieder fit wird. Ich werde recht häufig gefragt, wie man den Hund neben der Physiotherapie im Muskelaufbau unterstützen kann, also ob wir etwas geben können, dass den Prozess unterstützt.

 

 

Natürlich findest du, wenn du die Suchmaschine im Internet anwirfst, diverse Präparate für deinen Hund.

 

Wenn du jedoch einmal einen Blick auf die Inhaltsangaben wirfst, wirst du recht schnell merken, dass in diesen Präparaten in der Regel überwiegend Proteine enthalten sind, die wir aber genau so gut über eine ausgewogene und den Bedürfnissen des Hundes angepasste Ernährung dem Hund zuführen können.

 

 

Eine den Bedürfnissen des Hundes angepasste Ernährung bedeutet, dass wir dem Hund nicht nur die richtigen Bausteine für seinen Körper in Form von Proteinen, Fett und Kohlenhydraten bereit stellen, sondern auch ausreichend nicht Energie liefernde Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Wasser zuführen.

 

Möchten wir dem Hund nun ausreichend Proteine zur Verfügung stellen, sollten wir hierbei eine tierische Proteinquelle wählen, denn diese weisen eine hohe Bioverfügbarkeit auf. Proteine sind verknüpfte Ketten aus Aminosäuren. Jedes Protein, dass der Hund aufnimmt, wird in seine einzelnen Aminosäuren zerlegt und dann über den Dünndarm in den Körper aufgenommen.

 

Eine ausgewogene Versorgung mit essenziellen, also lebensnotwendigen, Aminosäuren, kann am besten mit Hilfe von tierischem Protein gewährleistet werden. Denn, je besser das Protein im Aminosäuremuster mit den vom Hundekörper zu bildenden Produkten übereinstimmt, umso höher ist die biologische Verwertbarkeit.

 

Aber wie erkenne ich die biologische Wertigkeit? Leider ist auf vielen Verpackungen von fertigem Hundefutter in der Regel nur der Gesamtgehalt an Protein verzeichnet. Unter dem analytischen Bestandteil an Rohprotein werden die enthaltenen Eiweißverbindungen erfasst. Dieser Anteil an Eiweißverbindungen sagt leider überhaupt nichts über die Qualität der die Proteine liefernden Nährstoffe aus. Aus den Inhaltsstoffen auf den Verpackungen wird man leider oft auch nicht schlauer. Denn die Formulierung "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" hilft dir auch nicht weiter. Dieses Thema ist jedoch zu komplex, um es hier in zwei oder drei Sätzen auszuführen. Ein anderes Mal mehr dazu. Ich empfehle dir aber, in jedem Fall bei Fertigfutter auf eine offene Deklaration zu achten, welche eine Auflistung der einzelnen Inhaltsstoffe mit entsprechenden Prozentangaben enthält.

 

 

Abgesehen davon, dass der Hund genügend hochwertige Proteine (hochwertiges Protein findest du zum Beispiel in Muskelfleisch) im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung erhalten sollte, ist ein Überschuss an Proteinen eher hinderlich. Das liegt daran, dass der Hund seine Energie hauptsächlich aus Fett und auch aus Kohlenhydraten bezieht. 

 

Proteine eignen sich für den Hund NICHT als Energiequelle.

 

Ein mehr an Proteinen als der Hund im Erhaltungsbedarf benötigt, ist anstrengend für den Hundekörper und muss ausgeschieden werden. Daher kann es sein, dass ein entsprechendes Präparat den Körper deines Hundes eher belastet als unterstützt. 

 

Eine konkrete Supplementierung empfehle ich für den Muskelaufbau also grundsätzlich nicht! Aus meiner Sicht gibt es daher ein klares nein für reine Proteinpräparate an dieser Stelle.

 

Ich empfehle dagegen ein hochwertiges Futter, dass die ausreichende Nährstoffversorgung des Hundes gewährleistet. Egal ob Fertigfutter oder Frischfutter, die Bausteine müssen stimmen. Das gilt aber sowohl für den kranken als auch den gesunden Hund. Das Stichwort ist hier eine ausgewogene und den Bedürfnissen des Hundes angepasste Ernährung.

Andrea Sauerländer

Pferde- und Hundephysiotherapie,

Pferde- und Hundeosteopathie,

Akupunktur und mehr

 

 

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