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Braucht dein Hund einen Hundemantel? - Meine Sicht als Tierphysiotherapeut

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Es ist kalt und nass draußen. Beim Spaziergang mit unserem Lieblingsvierbeiner ziehen wir uns warm an. Dicke Jacke, Mütze und Handschuhe sind Pflicht für uns. Aber wie sieht es mit unserem Hund aus? Braucht er eine Jacke oder reicht das Fell aus? Verhätscheln oder vermenschlichen wir unseren Hund, wenn wir ihm etwas anziehen?

 

 

Bei meiner Arbeit bekomme ich tatsächlich regelmäßig die Frage gestellt: "Was hältst du als Therapeut von Hundemänteln?"

 

Und hier meine ganz ehrliche und fachliche Meinung:

"Für manche Hunde sind sie ein Segen. Andere Hunde benötigen sie einfach nicht."

 

Aber welcher Hund braucht jetzt wann einen Mantel?

Diese Hunde können von einem Mantel profitieren:

 

1. Hunde mir kurzem Fell ohne Unterwolle

Da sind zum einen die Hunde, die rassebedingt ein sehr kurzes Fell oder keine Unterwolle haben. Ihnen fehlt einfach der natürliche Kälteschutz. Bei diesen Hunden sieht man es sehr häufig, dass sie ohne Jacke draußen, wenn es richtig kalt ist, anfangen zu zittern. Diese Hunde brauchen zwingend einen gefütterten Mantel. Aber nicht erst, wenn der Hund zittert ist ein Wintermantel für deinen Hund notwendig. Das Kälteempfinden beginnt schon viel früher und kann einen hohen Stressfaktor für deinen Hund bedeuten. Zu viel Stress kann das Immunsystem deines Hundes enorm beeinflussen und zu diversen Krankheitsbildern führen.

 

2. Alte Hunde

Bei alten Hunden benötigen oft sogar die Hunde einen Mantel, die eine Unterwolle haben. Aus meiner Erfahrung liegt das an zwei Faktoren.

Zum einen bauen viele alte Hunde im Alter an Muskelmasse ab. Eine der Hauptaufgaben der Muskulatur ist jedoch das Warmhalten des Körpers. Solange wir es nicht schaffen, dass der Hund wieder ausreichend an Muskelmasse zuzulegt, ist hier ein Mantel Pflicht. Damit hängt auch der zweite Faktor zusammen. Alte Hunde bewegen sich häufig auf Grund körperlicher Einschränkungen sehr viel langsamer und auch weniger. Und klar ist: Wer sich bewegt, dem wird warm und der bleibt fit. Denn 75 % der Körperwärme wird durch Muskelaktivität erzeugt. Hast du also einen alten und etwas schwächeren Hund, denke doch bitte einmal über einen Mantel nach.

 

3. Hunde mit Problemen am Bewegungsapparat/Kranke Hunde

Auch kranke Hunde gehören in die Kategorie Mantelpflicht. Und zu krank zähle ich bereits Hunde, die regelmäßig unter Muskelverspannungen leiden. Wenn dein Hund zum Beispiel Rückenschmerzen hat, dann ist es für dich oberste Pflicht diesen Hund warm und trocken zu halten. Hier hilft es, sich einmal vorzustellen, man habe selbst Rückenschmerzen. Du würdest doch auch einen warmen, windgeschützten und trockenen Ort einem kalten, windigen und nassen Ort vorziehen. Insbesondere würdest du dich vor Wettereinflüssen schützen.

 

Besonders Hunde mit folgenden Beschwerden profitieren bei Mistwetter von einem Mäntelchen:

  • Hunde mit Rückenschmerzen/Muskelverspannungen im Rücken
  • Hunde mit Bandscheibenvorfällen (bei Vorfällen in der Halsregion auf einen Kragen beim Mantel achten)
  • Hunde mit Gelenkserkrankungen (z.B. Arthrose)
  • operierte Hunde/Hunde in der Rehabilitation
  • Hunde mit Cauda Equina Syndrom
  • Hunde mit Schulter- oder Hüftproblemen
  • generell durch Krankheit geschwächte Hunde

4. Hunde, die bei Regenwetter nicht vor die Tür wollen

Und dann gibt es natürlich auch Hunde, die einfach kein Bock auf Spaziergänge haben, wenn es draußen fies wird. Auf dem Foto hier siehst du meine Hündin. Sie hasst stärkeren Regen und will dann nicht Gassi gehen. Hier wirkt ein Regenmantel mit Bauchlatz wahre Wunder. Die nassen Pfoten sind nähmlich zu verschmerzen, wenn der Rest trocken bleibt.

 

Einen ähnlichen Mantel, wie mein Hund ihn trägt, findest du zum Beispiel hier.

 

5. Beim Sport mit dem Hund

Falls du mit deinem Hund Sport machst, dann macht es Sinn, zwischen den Trainingseinheiten deinen Hund vor dem Auskühlen zu schützen. Das hat auch den Vorteil, dass du deinen Hund nicht immer wieder aufwärmen musst. Die Muskeln bleiben warm und das Verletzungsrisiko sinkt beträchtlich.

 

Worauf muss ich bei einem Mantel für meinen Hund achten?

 

1. Material

Das Material sollte wenigstens wasserabweisend und ein festes, strapazierfähiges Obermaterial haben. Strick oder Baumwolle saugen sich schnell mit Wasser voll. Taschen und Kapuzen sind unnötig, da der Hund leicht mit ihnen hängen bleiben kann. Reflektoren haben leider nur sehr wenige Hersteller an ihrem Mantel, machen in der dunklen Jahreszeit Sinn. Dieser Mantel hier hat zum Beispiel bereits Reflektoren mit angenäht.

 

2. Innenfutter

Falls ein gefütterter Mantel gewählt wird, sollte hier auf die Dicke der Fütterung geachtet werden. Der Hund sollte nicht überhitzen, sondern nur warm gehalten werden. Hier kommt es in jedem Fall auch auf den Verwendungszweck an. Also ob der Mantel für den tiefsten Winter benötigt wird oder nur um Regen abzuhalten.

 

3. Größe und Passform

Wie bei einem Hundegeschirr sollte der Hund genügend Bewegungsfreiheit haben. Hals, Rute und Beine sollten sich ungestört bewegen können. Gleichzeitig sollte er von der Länge her mindestens bis über die Nierengegend reichen.

 

 

Fazit:

Für die Antwort auf die Frage, ob ein Hund einen Mantel benötigt, kommt es auf den jeweiligen Einzelfall an. Dies kann sich auch im Laufe des Hundelebens aber auch ändern. Es kommt hierbei einzig und allein auf das Wohlbefinden deines Hundes und nicht auf modische Statements an.

 

Mache dir einmal Folgendes klar: Du verweichlichst deinen Hund nicht, indem du ihn vor Wettereinflüssen schützt, sondern du verhilfst ihm zu einem gesunden und zufriedenen Leben. Wenn du deinem Hund bei -1 Grad und Regen einen Mantel anziehst, beugst du Krankheiten optimal vor. Denn nicht zuletzt kosten kranke Tiere viel Zeit und Geld.

Andrea Sauerländer

Pferde- und Hundephysiotherapie,

Pferde- und Hundeosteopathie,

Akupunktur und mehr

 

 

Tel.: 017638381435

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