Muskelvorstellung: Der Oberarm - Kopf - Muskel (Musculus Brachiocephalicus)

Der Oberarm - Kopf - Muskel (M. Brachiocephalicus) ist einer der Muskeln, die recht häufig beim Pferd verspannt und zu stark ausgeprägt sind (Stichwort Unterhals).

Er verbindet, wie der Name schon sagt den Kopf mit dem Vorderbein und ist damit der wichtigste Vorführer der Vordergliedmaße.

Verlauf:

Der Muskel besteht beim Pferd aus zwei Teilen (M. cleidomastoideus und M. cleidobrachialis), welche durch einen bindegewebigen Streifen (Klavikularstreifen) voneinander getrennt sind.

Der Oberarm - Kopf - Muskel verläuft vom Warzenfortsatz (Processus mastoideus) des Schläfenbeins über das Buggelenk bis hin zum Oberarm.

 

Funktion:

- Vorbringen des Vorderbeins,

Wird das Pferd in Vorwärts/Abwärts-Haltung geritten, so lässt der Oberarm - Kopf - Muskel das Vorderbein weit ausgreifen. Je mehr das Pferd aufgerichtet und insbesondere auch eng gemacht wird, umso kürzer und gleichzeitig höher tritt das Pferd mit dem Vorderbein. Je nach Kopf- bzw. Halseinstellung hat also dieser Muskel einen entsprechenden Einfluss auf die Bewegung des Vorderbeins.

- Seitwärtsbieger von Kopf und Hals,

Bei einer einseitigen Anspannung - z.B. auf der linken Seite - ist der Oberarm - Kopf - Muskel Seitwärtsbieger von Kopf und Hals und hat damit eine wesentliche Funktion bei der Längsbiegung

- Beuger und Fixator von Hals und Kopf bei festgestellter Gliedmaße,

- Obere Begrenzung der Drosselrinne,

- Gegenspieler des breiten Rückenmuskels (M. Latissimus dorsi).

 

 

Wie bereits zu Anfang erwähnt ist dieser Muskel häufig verspannt. Hierfür gibt es vielfältige Ursachen und oft ist er Teil einer langen Ursache - Folge - Kette. Insbesondere ist dieser Muskel jedoch bei Problemen in der Halswirbelsäule, einer harten Reiterhand und auch bei einer insgesamt fehlerhaften Reitweise (z.B. das Pferd tritt nicht richtig mit der Hinterhand an und stützt sich beim Angaloppieren auf die Halsmuskulatur.) auffällig. Auch die Fütterung mit Heunetzen, das Spielen auf der Wiese (Reißen am Halfter) sowie eine fehlerhafte/fehlende Hufbearbeitung und vieles mehr können an dieser Stelle Verspannungen hervorrufen.

Die Physiotherapie kann hier sehr gut helfen. Massagegriffe und Techniken für die Dehnung helfen den fest verspannten Muskel wieder zu lockern. Nichts desto trotz ist dies nur der erste Weg aus der Verspannung heraus. Letztendlich muss die Ursache für die Verspannung gefunden und behoben werden.

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Andrea Sauerländer

Pferde- und Hundephysiotherapie,

Pferde- und Hundeosteopathie,

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