Warum dein Pferd regelmäßig zum Zahnarzt muss

Die Zähne eines Pferdes sind beim Pferd immer wieder Thema, denn sie bedürfen der regelmäßigen Kontrolle und Behandlung durch den Tierarzt.

Im Laufe der Zeit entstehen an den Zähnen scharfe Kanten und Ecken. Wir Reiter kennen das als Haken an den Zähnen. Wir wissen zwar, dass es sie gibt, aber die wenigsten von uns wissen warum diese scharfen Kanten entstehen.

 

Schauen wir uns die Zähne eines ausgewachsenen männlichen Pferdes doch einmal genauer an. Pro Kieferast (es sind vier an der Zahl: unten links, oben links, unten rechts und unten links) hat das Pferd grundsätzlich maximal 11 Zähne. EIn ausgewachsenes Pferd hat insgesamt zwischen 36 und 44 Zähne.

Je Kieferast:

 

- 3 Schneidezähne

 

 

- 1 Eck- bzw.Hakenzahn

 

 

- 1 Wolfszahn

 

 

 

- 6 Backenzähne

 

 

Ihre Aufgabe ist das Festhalten der Nahrung

(z.B. wenn das Pferd grast)

 

Sie haben keine Bedeutung für die Nahrungsaufnahme (treten bei Stuten nur selten durch das Zahnfleisch)

 

Sie sind entwicklungsgeschichtlich degenerierte Backenzähne und sitzen in der Regel, wenn vorhanden, vor dem ersten Backenzahn

 

Ihre Aufgabe ist die Zerkleinerung der Nahrung


 

Die bleibenden Zähne sind von Beginn an in ihrer vollen Länge angelegt. Mit der Zeit schieben sie sich nach und nach aus ihren Zahnfächern heraus, sie wachsen nach. Gleichzeitig werden sie durch den Kauvorgang abgerieben.

 

Aber wieso entstehen diese scharfen Kanten und Ecken?

Der Zahnbogen des Unterkiefers steht ca 30 % enger als der des Oberkiefers. Werden jetzt die Backenzähne durch den Kauvorgang abgerieben, kommt es zu einer ungleichmäßigen  Abnutzung der Backenzähne. Typischerweise entstehen die scharfen Kanten am Oberkiefer außen und am Unterkiefer innen.

Ein wichtiger Faktor ist hierbei die Fütterung. Bei der Fütterung von Rauhfutter hat das Pferd im Unterkiefer einen größeren Bewegungsradius, so dass die Backenzähne gleichmäßiger abgerieben werden können. Bei aufbereiteten Futtermitteln wird dagegen eine geringere Kaubewegung nach außen und zur Mitte hin ausgeführt, die Abnutzung ist ungleichmäßiger. Die heutzutage übliche, im Vergleich zum Steppengras weichere und energiereichere Fütterung, begünstigt dabei die Bildung von scharfen Kanten.

 

Die scharfen Kanten können im Maul selbst zu Verletzungen von Zunge und Schleimhaut führen. Die Zunge ist über das Zungenbein mit dem restlichen Körper verbunden, so dass auch Auswirkungen auf die Muskulatur möglich sind (Meinen Artikel zur Zunge findest du hier). Außerdem wird möglicherweise die Nahrung nicht ausreichend zerkleinert, zu wenig Speichel produziert und das Futter schlechter verwertet, was zu Erkrankungen des Magen-, Darmtraktes führen kann.

Aus diesem Grund sollten die Zähne in regelmäßigen Abständen kontrolliert und korrigiert werden.

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