Bewusst hinschauen - Bewegungseinschränkungen haben immer einen Einfluss auf die Lebensqualität deines Pferdes

Heute möchte ich dich dazu auffordern, dir das Verhalten deines Pferdes ein wenig bewusster zu machen. Denn meistens sehen wir unser Tier täglich, aber wir sehen oft nicht richtig hin. Wir deuten Mimik und Gestik des Tieres falsch und manchmal achten wir auch einfach gar nicht darauf.

 

Dabei interagiert unser Pferd immer mit uns. Es kann nicht nicht kommunizieren. Die Kommunikation mit uns und mit seinen Artgenossen ist  für das Pferd ein wichtiger Teil seines Lebens. Wir Menschen sind oft nur zu stumpf, um das Gespräch überhaupt richtig führen zu können.

Das Thema Verhaltenslehre ist sehr vielschichtig und nicht umsonst gibt es hierfür eigene Ausbildungen und Studiengänge. Diese Studien vom Pferd kann Otto-normal-Reiter im Regelfall nicht leisten. Und auch dieser kurze Artikel schrammt an diesem Thema vorbei. Ich möchte euch nicht erklären, welches Verhalten des Pferdes wie zu deuten ist. Darüber gibt es bereits viele Artikel und Bücher und Menschen, die sehr viel mehr davon verstehen als ich.

 

Nichts desto trotz ist es wichtig, für jeden Pferdebesitzer und für jeden Reiter, das Verhalten seines Tieres deuten zu können. Und daher auch für mich als Pferdebesitzer, aber gerade eben auch als Physiotherapeutin für Pferde ist es sehr wichtig das Verhalten meines Pferdes und das meiner Patienten zu verstehen. Während der Behandlung zeigt mir das Pferd nämlich unter anderem durch sein Verhalten, wo die Reise hingeht. Darüber hinaus ist die Physiotherapie für die Körpersprache selbst sehr wichtig, denn nur wenn der Pferdekörper sich physiologisch bewegen kann, ist er auch fähig bestimmte Körperhaltungen einzunehmen und somit auch zu kommunizieren.

Worauf ich hiermit also eigentlich aufmerksam machen möchte, ist, dass Bewegungseinschränkungen auch immer einen Einfluss auf das restliche Leben des Tieres haben können und daher nicht nur auf die Fortbewegung zu beschränken sind.

Für das Pferd selbst sind Mimik und Gestik essentiell um mit den Artgenossen interagieren zu können. Die Möglichkeit des Gebrauchs dieser Ausdrucksformen ist für das Tier daher auch eine Frage von Lebensqualität. Der mimische Ausdruck des Pferdes ist untrennbar mit seiner gesamten Körpersprache verbunden. Körperliche Einschränkungen bedeuten daher oft auch eine eingeschränkte Kommunikation und damit einen Verlust dieser Lebensqualität.

Nehmen wir zum Beispiel mal an,  dein Pferd kann auf Grund von Muskelverspannungen und Blockaden in der Halswirbelsäule den Hals und den Kopf nicht mehr richtig nach rechts drehen. Klar, das Pferd ist ein Bewegungskünstler (warum das Pferd als Bewegungskünstler bezeichnet wird, liest du in meinen Artikel Pferdephysiotherapie und Selbstheilungskraft des Pferdes), aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem bestimmte Bewegungen nicht mehr kompensiert und daher auch nicht mehr ausgeführt werden können. Spätestens in diesem Moment nimmt die körperliche Einschränkung einen negativen Einfluss auf das Leben des Pferdes. Und dabei geht es nicht nur um die Kommunikation. Dies ist auch dann der Fall, wenn das Pferd eine Fliege nicht mehr verscheuchen oder sich nicht mehr kratzen kann, weil bestimmte Bewegungen nicht oder nur unzureichend ausgeführt werden können.

Wir sollten uns daher immer verpflicht fühlen, unser Tier aufmerksam zu beobachten. Denn wir sind es unseren Tieren schuldig, dass wir uns um ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen sorgen.

Love your horse

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