Flexibles Taping am Pferd. Mehr als nur bunte Bänder.

Viele von euch kennen das kinesiologische bzw. flexible Taping sicher schon aus dem Humanbereich und sind vielleicht selbst schon von ihrem Physiotherapeuten getapt worden. Die bunten Bänder sind bei Profisportlern regelmäßig im Einsatz und mittlerweile überall bekannt.

Auch in den Pferdesport hat das Tape bereits vor einigen Jahren Einzug gehalten. Dank eigens für das Pferd entwickelten Tapes ist der Halt auf dem Fell möglich.

 

Das flexible Tape ist - wie der Name schon sagt - flexibel, also dehnbar. Es besteht in der Regel aus einem atmungsaktiven Baumwollgewebe. Der Kleber auf der Rückseite ermöglicht einen elastischen Halt auf dem Fell und ist frei von irgendwelchen Wirkstoffen, so dass das Tape auch vor Turnieren eingesetzt werden kann.

 

Aber Obacht: Auf dem Turnier selbst dürfte Taping jedoch unter Doping fallen. Also besser nicht auf dem Abreiteplatz und im Parcours verwenden.

Üblicherweise bleibt das Tape aber ein paar Tage auf dem Pferd, vorausgesetzt, eure Fellnase schubbert es sich nicht selbst wieder ab. Das Tape lässt sich im Nachhinein rückstandsfrei und ohne schmerzhaftes Ziepen vom Fell wieder entfernen.

Wichtig ist, dass die Tapeanlage korrekt erfolgt. Es genügt also nicht, es einfach draufzupappen und los geht's. Es gibt verschiedene Anlagetechniken, die sich unter anderem in Zugintensität und Verlaufsrichtung unterscheiden. Dies richtet sich letztendlich danach, welchen Zweck der Therapeut mit seiner Anlage verfolgt. Wichtig für die richtige Anlage ist daher eine ausführliche Anamnese vorab sowie ein genaues Wissen über die Anatomie des Pferdes!

Ein korrekt angelegtes Tape hat folgende Wirkungen:

Der Stoffwechsel wird angeregt. Dies führt zu einer besseren Durchblutung und zu einem besseren Lymphabfluss. Insgesamt wird die Muskelfunktion verbessert und unterstützt. Denn bei einer bestehenden Verklebung wird die Haut während der Bewegung daran gehindert, dem darunter liegenden Gewebe nachzufolgen, sodass Verklebungen sich lösen können. Die eingeschränkte Gewebestruktur wird aktiviert. Die Haut wird angehoben. Dies führt auch zu einer Schmerzreduktion.

 

Wann ist Kinesiotaping möglich und vielleicht sogar sinnvoll?

Kinesiotaping ist sinnvoll bei

  • Muskelverspannungen - und Muskelschwächen
  • Störungen des Bewegungsapperates
  • Sehnenverletzungen und -reizungen
  • Bänderproblemen
  • Abbau von Hämatomen (nach der Einblutung)
  • Abbau von Ödemen
  • Muskelfaserrissen und generell bei Narben
  • Nachbehandlung von Wirbelblokaden
  • Atemwegserkrankungen
  • Arthrotische Erkrankungen wie z.B. Spat
  • Habituelle Patellafixation

u.v.m.

Wichtig für den Therapieerfolg ist die Möglichkeit für ausreichende Bewegung. Denn die Wirkung des Tapes entfaltet sich nur optimal, wenn der Körper bewegt wird. Daher kann mit dem Tape auch geritten oder longiert werden. Bei Tapeanlagen, bei denen Ausrüstung wie Sattel und Trense auf dem Tape  aufliegen würden, sollte jedoch nicht geritten und longiert werden.

 

Insgesamt ist flexibles Taping eine hervorragende Ergänzung zur Physiotherapie und damit mehr als nur ein Aufkleben von bunten Bändern.

Love your horse

 

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