Sattelkontrolle ... bitte einmal rechts ran reiten und absitzen.

Heute möchte ich über ein Thema sprechen, dass bei mir selbst gerade brandaktuell ist und mir auch als Pferdephysiotherapeutin am Herzen liegt. Es geht um die regelmäßige Sattelkontrolle bzw. Sattelanpassung. Dieses Thema betrifft nicht nur Turnierreiter, sondern auch jeden Freizeitreiter da draußen und ist leider nicht selbstverständlich.

 

Wir alle wünschen uns, dass unser Pferd nach unseren Vorstellungen läuft, sei es auf dem Platz, in der Halle oder im Gelände. Natürlich gibt es viele Dinge die Einfluss darauf haben. Es kommt auf eure Tagesform an und auf die eures Pferdes, wie der Platz beschaffen ist und was für Umweltreize auf euer Pferd einströmen und natürlich auch auf die Ausrüstung.

Und ihr kennt das bestimmt. Wenn ihr Sport machen wollt, dann muss die Ausrüstung sitzen.

Stellt euch mal vor, ihr sitzt auf dem Pferd und eure Reitstiefel drücken an einer ganz bestimmten Stelle. Oder womöglich kneift die Reithose, weil ihr in letzter Zeit zu viel Eis gegessen habt. Oder eine Naht scheuert auf der Haut. Autsch!

Könnt ihr euch dann noch konzentrieren oder gar Spaß beim Sport haben? Sicher nicht. Und genauso geht es eurem Pferd. Wenn wir unser Pferd wirklich gern haben und ihm auch keine Schmerzen bereiten wollen, dann sorgen wir dafür, dass die Ausrüstung passt und nicht nur hübsch aussieht.

Der Sattel ist das wichtigste Bindeglied zwischen Pferd und Reiter. Er soll das Reitergewicht korrekt auf dem Pferderücken verteilen. Denn nur durch die korrekte Verteilung ist die Muskulatur des Pferdes in der Lage euch zu tragen. Darüber hinaus verhilft der Sattel dem Reiter zu einem ausbalancierten Sitz. Nur so können wir feine Hilfen über den Sattel an das Pferd weitergeben. Wir kommunizieren über ihn mit unserem Pferd.

 

Also besteht die Grundvoraussetzung für pferdgerechtes Reiten bereits darin, einen passenden Sattel zu kaufen. Da fängt das Problem aber schon an.

 

Mein Tipp: Holt euch einen vernünftigen Sattler ins Haus. Einen der sein Handwerk gelernt hat. Leider fahren sehr viele Sattelverkäufer durch die Gegend, die keine ausgebildeten Sattler sind. Ich möchte mit meinem Artikel niemandem zu nahe treten, aber es hat schon seinen Sinn, dass ein „richtiger“ Sattler eine jahrelange Ausbildung und eine staatliche Prüfung absolviert.

 

Ein Sattler kann euch kompetent beraten und er lässt euch in der Regel den Sattel auf dem Pferd ausprobieren. Denn, er muss nicht nur eurem Pferd passen, sondern auch euch. Schließlich ist er ja ein wichtiges Verbindungsstück zwischen dir und deinem Lieblingsvierbeiner.

So. Jetzt habt ihr einen passenden Sattel gekauft und reitet euer Pferd damit. Alles super.

 

Allerdings gibt es ein Problem. Euer Partner Pferd verändert sich sein Leben lang.

Viele vergessen, dass zum Beispiel junge Pferde wachsen und an Muskeln zulegen. Oder euer Pferd wird krank und schwupps sind die Muskeln weg. Und die möglicherweise neu antrainierte Muskulatur wird sich in der Regel nicht so verteilen, wie es früher einmal war. Auch der Trainingszustand bei einem durchgängig gerittenen Pferd verändert sich kontinuierlich.

 

Außerdem muss ein Sattel auch einfach mal zur „Wartung“. Die Polsterung kann sich mit der Zeit verschlechtern. Schließlich ist der Sattel ständig in Bewegung und ist nicht zuletzt Schweiß ausgesetzt. Auch die Einwirkung durch den Reiter kann sich auf die Polsterung auswirken.

 

Also: Löst euch von dem Gedanken, einmal Sattel gekauft und fertig. So einfach ist es leider nicht.

 

Ihr müsst keine Experten sein, aber habt ein Auge auf euer Pferd. Nehmt Veränderungen wahr. Lasst mindestens einmal im Jahr den Sattler eures Vertrauens über den Sattel schauen. Besser öfter.

 

Denn eins ist sicher, ein nicht passender Sattel kann sehr große Auswirkungen auf die Muskulatur eures Pferdes haben. Und zwar nicht nur im Rücken. Probleme im Rücken können sekundäre Probleme an Hals, Bauch, Vor- und Hinterhand auslösen sowie Auswirkungen auf die inneren Organe haben. Und nicht zuletzt entstehen hierdurch Rittigkeitsprobleme und Lahmheiten.

 

Dementsprechend ist die regelmäßige Sattelkontrolle auch Prävention!

 

 

 

Für die Arbeit mit unserem Pferd sollten wir uns verpflichtet fühlen, für unseren Partner optimale Bedingungen zu schaffen. So erhalten wir unser Tier gesund und beste Voraussetzungen für unseren Sport.

 

 

Love your horse

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