Thema Heu – 4 Merkmale, anhand derer du als Laie die Qualität von Heu erkennen und bewerten kannst

Mit dem nachfolgenden Artikel möchte ich dich ermuntern, das Heu für dein Pferd einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Das Thema Futter – und damit auch die Bewertung der Heuqualität – war Teil meiner Ausbildung. Weil gutes Futter der Schlüssel zu einem gesunden Pferd ist, möchte ich mein Wissen mit dir teilen.

Dieser Beitrag soll dir eine kleine Hilfestellung geben, wie du schlechtes Heu von gutem Heu unterscheiden kannst.

Natürlich ist es zusätzlich auch möglich, eine Heuprobe zu nehmen und diese an ein Labor zu schicken. Dort wird die Probe auf den konkreten Nährstoffgehalt sowie auf die genaue Keimbelastung getest. Auf die Auswertung dieser Probe wirst du aber mindestens einige Tage warten müssen. Außerdem dürften die Ergebnisse von Heuballen zu Heuballen schwanken, denn nicht jeder Ballen ist gleich zusammengesetzt und/oder gleich gelagert.

 

Deswegen lade ich dich hiermit ein, deinen eigenen Sinnen zu vertrauen. Mit Augen, Nase und Händen lässt sich sehr schnell feststellen, wie es um die Qualität des Heus bestellt ist. Schau, riech und fühl genau hin. Wichtig ist der Gesamteindruck:


1. Das Aussehen

Beginne mit dem Aussehen des von dir auserwählten Heuballens. Bewerte zunächst die Farbe des Heus. Hierfür benötigst du gute Lichtverhältnisse, am besten Tageslicht.

Wie ist dein erster Eindruck? Ist das Heu eher grün oder überwiegen braune Stängel den Grünanteil? Ist es möglicherweise sogar fast komplett braun ohne grüne Anteile oder teilweise gar grau oder schwarz?

 

Das Heu sollte überwiegend oliv- bis hellgrün sein und einen hohen Blattanteil haben. Dies gibt dir unter anderem Aufschluss darüber, wie hoch der Nährstoffgehalt des Heus sein könnte. Ausgeblichene oder braune Anteile haben in der Regel einen geringeren Anteil an wertvollen Nährstoffen für dein Pferd.

 

2. Die Haptik

Als nächstes nimm das Stroh in deine Hand. Fühlt sich das Heu weich in deinen Händen an oder ist es vielmehr strohig und holzig? Je weicher und zarter das Heu sich für dich anfühlt, umso besser. Denn dann sind noch viele feine Blätter vorhanden. Ein guter Indikator für qualitativ hochwertiges Heu.

 

3. Der Geruch

Halte deine Nase ins Heu. Wenn es für dich angenehm duftet, dann ist das schon einmal ein guter Hinweis darauf, dass auch dein Pferd gerne seine Nase dort hinein stecken möchte. Riecht es aber sauer, muffig, vergoren, faulig oder gar schimmelig, dann ist das Heu womöglich mit Pilzsporen behaftet.

Faulig oder schimmelig riechendes Heu sollte nicht mehr verfüttert werden.

 

4. Der Schütteltest

Lege ein einfaches weißes Blatt Papier auf den Boden. Nun nimmst du eine handvoll Heu und hältst es über das Papier. Dann schüttle das Heu kräftig in deiner Hand.

Auf deinem weißen Blatt Papier dürften sich jetzt die Kleinteile aus dem Heu befinden. Die grünen Anteile sind in der Regel nur abgebrochene Blattbestandteile. Das ist grundsätzlich nicht weiter tragisch. Schau genau hin, ob sich auch braune und schwarze Kleinteile beim Herausschütteln gelöst haben. Dies sind meist Verunreinigungen durch Erde, Sand, Staub oder Steinchen.

Je höher der Anteil an Sand und Schmutz ist, umso höher ist die Verunreinigung des Heus. Bedenke, dass bei einer hohen Verunreinigung auch die Staubentwicklung hoch sein könnte. Das ist schlecht für die Atemwege deines Pferdes.

 

 

 

 

 

 


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